
- Aktuelle Absage an Fracking im Kreis erforderlich
- Regionalrat sollte Interessen bündeln
- Gesetzgeber muss handeln

Auch aus der Sicht des Kreises Paderborn gibt es aktuelle Gründe, sich strikt gegen eine Förderung von Schiefergas aus tiefen Gesteinsschichten („Fracking“) auszusprechen. Zum einen äußern sich angesichts der Debatte um russisches Erdgas derzeit hochrangige CDU-Politiker wie Michael Fuchs, Öttinger und Wittke positiv zu einem Pilotprojekt und ablehnend zur Charakterisierung als Risikotechnologie.
Andererseits laufen die von der Bezirksregierung Arnsberg befristet erteilten Aufsuchungserlaubnisse an „Exxon-Mobil-Produktion Deutschland GmbH“ sowie an „BNK Deutschland GmbH“ für Flächen im Kreis Paderborn derzeit aus. Die Unternehmen haben eine Verlängerung beantragt, wozu nunmehr eine Stellungnahme des Kreises erforderlich ist.
Das Fracking-Förderverfahren ist u. a. deswegen hochproblematisch, weil – nicht vollständig rückholbare - giftige Chemikalien unter hohem Druck durch mehrere geologische Schichten verpresst werden. Dabei ist die Dichtigkeit der Rohrleitungen ebenso ein Risiko wie die Gefährdung des Tiefenwassers. Zusätzlich sind ein großer Flächenverbrauch und eine Zunahme des Schwerlastverkehrs zwangsläufig gegeben.
In unserem großflächig besiedelten Kreis mit seinen vielen Trinkwasserschutzgebieten muss dieses Verfahren im Einvernehmen mit vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen daher strikt abgelehnt werden. Ich plädiere angesichts ähnlicher Interessenslagen in der Region darüber hinaus für die Bündelung der Argumente durch eine Stellungnahme des Regionalrats Detmold. Den Intentionen der Koalitionsverträge in Düsseldorf und Berlin folgend muss der Gesetzgeber zügig erschwerte Voraussetzungen für die einschlägigen Energieunternehmen als Antragsteller schaffen, u. a. durch dann obligatorische Umweltverträglichkeitsuntersuchungen.
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