Stellungnahme der SPD-Delbrück zum Ergebnis der Elternbefragung

Veröffentlicht am 11.11.2017 in Ortsverein

Auf Anweisung von CDU und FDP führte die Verwaltung eine merkwürdige Elternbefragung zum Delbrücker Schulsystem durch.  Man wollte wissen, wie viele Eltern  „den Bedarf für eine weitere Schule im Sekundarbereich I (weiterführende Schule) am Standort Westenholz“  sehen.   1.918 Eltern wurden angeschrieben, 951  (49,58%)  haben geantwortet.

Das Ergebnis war vorhersehbar: Insgesamt 47,84 %  der antwortenden Eltern wünschen sich eine private Realschule, 5,89% eine private Hauptschule.  Auf den ersten Blick sieht es aus, als wenn mehr als die Hälfte der Eltern für eine private Realschule/Hauptschule seien.  Nimmt man das Ergebnis genauer unter die Lupe, kann man leicht feststellen, dass tatsächlich nur 26,64%  aller infrage kommenden Eltern für eine private Schule in Westenholz sind, denn mehr als die Hälfte  der Eltern ist an einer Erweiterung des Delbrücker Schulsystems nicht interessiert, sonst hätten sie doch geantwortet. Oder?

Im übrigen war diese Elternbefragung  merkwürdig bis zweifelhaft, weil sie anonym erfolgte und damit folgenlos für die Befragten bleibt. Interessant wird es erst, wenn es zum Schwur kommt, wenn die Eltern, die jetzt „JA“ gesagt haben, ihre Kinder auch wirklich bei dieser neuen Privatschule anmelden.

Diese von CDU und FDP durchgedrückte Befragung glich einer Frage ähnlich der nach einem möglichen Lotteriegewinn. Soetwas wünscht sich auch wohl jeder, weiß aber auch, dass die Realität anders aussieht. Genauso unsinnig und realitätsfern war die Frage nach einer möglichen Privatschule in Westenholz.

Wie kann man nach etwas fragen, was es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht geben wird?  Weit und breit ist kein geeigneter Träger in Sicht, kein Mensch weiß, wie und wer eine solche Privatschule dauerhaft betreiben könnte.  Dennoch gibt es tatsächlich einige Tagträumer*innen im Delbrücker Stadtrat, die den Eltern vorgaukeln, sie müssten nur „JA“ sagen, schon ist alles geritzt und eine Privatschule in Westenholz wird aus der Taufe gehoben.

Es ist unverantwortlich und eine bodenlose Unverschämtheit, den Eltern wider besseren Wissens Luftschlösser zu bauen und allen Ernstes zu glauben, dass das in der Realität auch funktioniert.

Stattdessen wird einmal mehr Unruhe in der Eltern-, Schüler- und Lehrerschaft erzeugt, weil schon wieder eine neue Sau durchs Dorf gejagt wird. Das nur, weil einige unverbesserliche Ideologen in CDU und FDP  nicht ertragen können, dass es der Elternwille war, der die Gesamtschule in Delbrück überhaupt ermöglicht hat. CDU und FDP mussten damals widerwillig diese ungeliebte Kröte herunterwürgen. Nur verdaut haben sie das bis heute nicht und versuchen immer wieder mit den unmöglichsten Aktionen der Gesamtschule in Delbrück zu schaden. Wissen diese Politiker*innen nicht, was sie damit Eltern, Schülern und Lehrern antun?

Zurück zur Realität: Knapp 54% der beteiligten Eltern (aber nur knapp 27% aller befragten Eltern ! ) wünschen sich offensichtlich eine private Schule in Westenholz.

Man darf gespannt sein, was die Ratsmehrheit aus CDU und FDP daraus macht.  Wenn sie keinen privaten Träger findet, soll dann die Stadt Delbrück eine Schule in Westenholz gründen, quasi als Konkurrenz zur Gesamtschule?  Wir sind sehr gespannt, wie das FDP geführte Regierungspräsidium in Detmold als Genehmigungsbehörde auf diesen Unsinn reagiert.  Und wenn Detmold „NEIN“ sagt, wollen dann die schwarz-gelben Koalitionsbrüder und -schwestern  ihre Beziehungen in Düsseldorf spielen lassen, um dieses Vorhaben doch noch durchzusetzen?  Wenn auch Düsseldorf „NEIN“ sagt, was dann?

Eines ist so sicher, wie das „Amen“ in der Kirche: Detmold und Düsseldorf können gar nicht anders, als dieses Begehren abzulehnen. Dafür gibt viele gute Gründe. Wie wollen sie das den Eltern dann erklären, denen sie durch ihre merkwürdige Befragung suggeriert haben, dass die Eltern, nur „JA“ sagen müssen, und schwups kommt eine neue Privatschule nach Westenholz?

Wir möchten jedem Einzelnen ins Gedächtnis rufen, dass sich jedes Ratsmitglied verpflichtet hat alles zu tun, was dem Wohl der Gemeinde dient und Schaden von ihr abzuwenden.  

Wer also meint, er müsse  „auf Teufel komm raus“  alles unternehmen, was unserer  (einstimmig beschlossenen) Gesamtschule schadet,  der schadet vorsätzlich dem Wohl der Gemeinde.  

Im Oktober 2015 hatte der Rat der Stadt Delbrück auf Antrag der SPD mit überwältigender Mehrheit folgenden Beschluss gefasst:  

Der Rat der Stadt Delbrück bekennt sich ausdrücklich zum bestehenden zweigliedrigen Schulsystem, bestehend aus Gymnasium und Gesamtschule. Er missbilligt die Initiativen zur Bildung einer "privaten Realschule" im Stadtgebiet von Delbrück“.

Von den damals 29 anwesenden Ratsmitgliedern stimmten 26 diesem Beschluss zu.

An dieser Stelle darf die Frage erlaubt sein, welchen Wert Ratsbeschlüsse in Delbrück eigentlich noch haben, wenn diese ganz nach Belieben und Gemütslage der Mehrheit weggewischt werden.

Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit sind das einzige, auf das man sich bei CDU und FDP wirklich verlassen kann.

Wir dürfen sehr gespannt sein, was uns Schwarz/Gelb in Delbrück als nächstes auftischen. 
 

Delbrück, den 09.11.2017

gez.

SPD-Ortsverein Delbrück
Frank Drake
Vorsitzender

 
 

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