Stellungnahme zum Flugblatt der FDP-Fraktion vom Wochenende

Veröffentlicht am 28.07.2012 in Ratsfraktion

In ihrem Flugblatt vom Wochenende verspricht die FDP-Fraktion Delbrück, „offen und ehrlich über Konsequenzen bei Veränderung der Schullandschaft“ zu informieren. Diesem Anspruch wird sie nicht gerecht.

Nachdem Herr Hansel in der Schulausschusssitzung vom 24. 02. kreuz und quer gedacht hatte, stellte er zum Schluss die alles entscheidende Frage: „Woher sollen die Schüler kommen?“ Die von seiner Parteikollegin, Frau Özmen; mit viel Beifall bedachte Forderung, gut funktionierende Schultypen (Gymnasium und Realschule) nicht zu gefährden, ging völlig am Problem vorbei. Vor allem sich verschärfende demografische Entwicklungen zwingen landauf, landab dazu, neue Wege in der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen zu gehen.

Sowohl das Gymnasium als auch die Realschule sind ursprünglich 4-zügig ausgelegt gewesen und müssen sich jedes Jahr eine Sondergenehmigung von Detmold holen, die in der augenblicklichen Situation auch gewährt wird – demnächst wäre das nicht mehr nötig.

Ein Losentscheid, ob mein Kind das Gymnasium besuchen darf, ist hypothetisch und eher unwahrscheinlich. Real ist, dass Schulkinder aus Delbrück per Losentscheid vom Besuch der Gesamtschule Elsen ausgeschlossen wurden.

Dann kommt es ganz dick: die FDP-Fraktion zaubert. Ohne die Zügigkeit des Gymnasiums und der Realschule einschränken zu wollen, sollen sowohl Ostenland als auch Westenholz als Standorte gesichert werden. Schulgebäude füllen sich nicht dadurch, dass man sie von „Hauptschule“ in „Gemeinschaftsschule“ umbenennt. Herr Hansel, woher sollen die Kinder kommen?

Mit ihrer Haltung wird die FDP-Fraktion sehr wahrscheinlich genau das erreichen, was sie verhindern will: sowohl Ostenland als auch Westenholz werden keine Schulstandorte bleiben, weil die Schülerzahlen zurückgehen und sich Eltern nicht von der FDP die Wahl nur zwischen Gymnasium und Realschule vorschreiben lassen wollen, wenn es in Nachbargemeinden auch noch Gesamtschulen gibt. Sollte das in größerem Stil geschehen, werden wir in Delbrück noch eine Menge langer Gesichter sehen.

Pathetisch schließt die Fraktion ihr Flugblatt: „Die Standorte für Realschule und Gymnasium sind unantastbar“. Für die SPD – Delbrück ist nur die Würde des Menschen unantastbar.

Norbert Hagenbrock

 

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