Da war die Rede von „einfach mal auf Ideen einlassen“ , „einfach mal machen“, „Dinge ausprobieren“, „Bedenkenträger, die immer nur sagen warum etwas nicht geht, einfach mal beiseiteschieben“. Das sollten sich die Kollegen unserer Mehrheitsfraktion bitte einmal zu Herzen nehmen um, denn ich werde nicht müde es zu erwähnen, auch einmal die guten Ideen der anderen zu unterstützen; und bitte ohne die leicht dümmlich anmutende Polemik wie Beispielsweise „sollen wir ein Sonnensegel über ganz Delbrück spannen?“ .
Bevor Herr Linnemann das Wort ergriff, wurden wir von Herrn Happe begrüßt.
Er wählte sehr klare Worte im Hinblick auf Delbrück, die Wirtschaft, und die Führung des Rathauses. Kurzum es sei Zeit den „Schmusekurs“ zu verlassen und er hoffe , beim nächsten Bürgermeister Kandidaten auf jemanden zu treffen, der einen verwaltungstechnischen Hintergrund hat. Nun ja … diese Hoffnung scheint mit Ernennung des Kandidaten wohl im Keim erstickt worden zu sein.
Ich empfand die direkte Wortwahl von Herrn Happe als sehr inspirierend und habe mich entschieden seinem Vorbild zu folgen. Auch im Hinblick auf die Tatsache, dass dies vielleicht meine letzte Rede vor diesem „kleinen hohen Haus“ sein wird.
Niemand weiß, ob und wie viele Stimmen wir als SPD nächstes Jahr bei der Kommunalwahl erhalten. Es steht außer Frage, dass unser Berliner Mutterschiff uns das Leben nicht leicht gemacht hat.
Zudem ist der mündige Bürger leider selten zu Differenzierungen fähig und wird die Kommunalpolitik mit der der Bundesregierung verquicken – ein möglicher Todesstoß. Aber was solls …
Umso mehr ist es daher meiner Meinung nach geboten einfach mal „Danke“ zu sagen, denn mir selbst ist Dankbarkeit sehr wichtig.
Ich musste leider erfahren wie es sich anfühlt, die Arbeit über Jahre für jemand anderen zu machen und dafür nicht ein einziges Mal ein „Danke“ zu bekommen. An einen Blumenstrauß, oder vielleicht eine Einladung zum Essen gar nicht zu denken. Ich empfinde ein solches Verhalten als enttäuschend und stillos.
Da ich also vielleicht nächstes Jahr nicht mehr mit Ihnen /Euch allen zusammenarbeite, möchte ich nun die Gelegenheit nutzen und meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen.
Wie stets an dieser Stelle, gilt nicht nur die meine, sondern die Dankbarkeit meiner gesamten Fraktion den Delbrücker Bürgern die sich ehrenamtlich engagieren – vor allem auch den kleinen, unsichtbaren Engeln, die nicht in der Öffentlichkeit erscheinen, nicht in irgendeiner Institution organisiert sind, nicht in der Zeitung stehen. Die, die erste Hilfe leisten, dem älteren Mitbürger über die Straßen helfen, die Tüten im Treppenhaus zur Wohnung tragen, den jungen Müttern im Kinderheim Kinderkleidung schenken oder auch einfach mal einen Rat geben.
Selbstverständlich sollen Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr, wie in jedem Jahr hier Ihre Erwähnung finden und ihrem Stellenwert für uns alle Rechnung getragen werden.
Mittlerweile höre ich fast täglich das Martinshorn und mindestens einmal in der Woche steht ein Rettungswagen an der Oststraße, um sich um jemanden bei Herrn Dr. Meiß zu kümmern. Ich danke Euch allen von Herzen und fühle mich hier in Delbrück dank Euch gut aufgehoben.
Ich möchte nun zum Rathaus kommen - nein nein, keine Angst, kein Rathaus Bashing. Sie wissen mittlerweile, das es das von mir nicht gibt. Nur zweierlei sei erwähnt.
Mit Freuden habe ich die Bänke mit Rückenlehne am grünen Platz entdeckt – welchem Umstand haben wir denn diesen Sinneswandel zu verdanken?
Ein Punkt zur Beanstandung - Der Sitzungssaal im Rathaus ist zu klein um eine Ratssitzung abzuhalten (Stichwort Kosten Ersparnis)? Ernsthaft? Aber das Atrium gleicht einem Basketballfeld?
Wie dem auch sei – zurück zur Quintessenz.
Ich bedanke mich hier bei den „Rockstars“ der Verwaltung.
Allen voran bei Ingrid. Wenn ich das alles richtig durchschaue, verdanken wir es Dir, Deiner Weitsicht, Deinem Können und Deiner unermüdlichen Arbeit, deiner Arbeit und nicht zuletzt deiner Arbeit, das wir noch nicht in die Haushaltssicherung geschliddert sind, oder das das ein oder andere Projekt liegen geblieben wäre. Ich würde mir niemals anmaßen, den von dir entworfenen Haushalt in Frage zu stellen. Meiner Meinung bist Du der nächste Bürgermeister (das würde glaube ich auch Herrn Happe freuen) – aber wir haben ja schon geklärt, das dem leider nicht so sein wird.
Herr Peitz. Ich bedanke mich für manches Augenzwinkern, Zunicken und Lächeln. Du hast mich damit oft ermutigt. Gern blicke ich auch auf mein „Vorstellungsgespräch“ am Anfang der letzten Ratsperiode zurück. Ich habe einen sehr sympathischen, ehrlichen, offenen Eindruck von Dir gewonnen.
Herr Hückelheim. Natürlich gibt es Stimmen, die ihre ausschweifenden Wortbeiträge kritisieren. Ich hingegen bedanke mich für ihre detaillierten Ausführungen und Erklärungen. Ich bin als Rookie in den Rat gestartet und habe in den letzten Jahren unglaublich viel von Ihnen gelernt und möchte mich genau dafür bei Ihnen bedanken.
Gefolgt von Herrn Börnemeier. Danke für Ihre Nachsicht bei doch manchmal recht seltsamen Anfragen von der einen oder anderen Partei und ihren stets ruhigen und geduldigen Antworten; dies gilt im Übrigen auch für Herrn Hückelheim. Danke Herr Börnemeier für ihre Unterstützung und Hilfe, bei mancher meiner vielleicht naiven Fragen. Sie werden mir demnächst echt fehlen.
Aber sie werden ersetzt durch Frau Wecker- Brökelmann und was Besseres konnte uns gar nicht passieren. Ich bin überzeugt, dass sie die Arbeit in gleicher angenehmer und präziser Weise weiterführen wird, denn das sind wir von Ihr gewohnt. Wenn ich nur an ihre ausführlichen und empathischen Ausführungen zum Thema Obdach im letzten Sozialausschuss denke, blicke ich mit Freuden auf die zukünftige Zusammenarbeit.
Das Thema Sozialausschuss führt mich direkt zu Brigitte Strunz. Danke für Deine wunderbare Arbeit und vor allem auch für Deinen Rat und die Hilfe, die Du mir hast zukommen lassen, als ich mich vor 2 Jahren um einen obdachlosen jungen Mann in Delbrück gekümmert habe.
Es gibt noch viele weitere Menschen, viele weitere Namen, die im Rathaus einen tollen Job machen. Einige kenne ich gar nicht, von einigen fehlen mir die Namen. Ich möchte hier einfach mal stellvertretend für alle weiteren Herrn Nübel nennen. Im letzten Sozialausschuss habe ich erfahren, dass Herr Nübel jeden einzelnen Flüchtling
persönlich und dessen Geschichte kennt. Wöchentlich besucht er die Menschen und versucht, soweit das aufgrund der Sprachbarriere möglich ist, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich möchte mich hier für Ihren Einsatz und Ihre Arbeit bedanken. Ihnen und selbstverständlich alles Kollegen in der Verwaltung gebührt unser Respekt.
Und last but not least. Ein Dankeschön an die Presse. Frau Brucksch, Frau Stollhans und Herr Purucker haben es tatsächlich geschafft, das der Delbrücker nun gewahr wird, das es in Delbrück nicht nur die CDU gibt. Besser noch. In der hiesigen Presse wird nun auch über Standpunkte und die Arbeit anderer Parteien informiert. Somit ist ein Grundpfeiler der Demokratie, die Presse als Spiegel unserer Gesellschaft (oder nennen wir es Pressefreiheit), auch hier in Delbrück wieder hergestellt.
Aber ich muss mich auch für Dinge bedanken, die im ersten Augenschein vielleicht keiner Dankbarkeit bedürfen. Die es aber auch doch wert sind Erwähnung zu finden, da sie mich gelehrt haben hinter die Fassaden zu sehen und meine ersten Eindrücke immer wieder zu hinterfragen.
Herr Peitz. Ich bedanke mich hier auch für das ein oder andere Kopfschütteln und Ablehnungen ihrerseits, wenn es um Anträge unserer Fraktion, oder meinerseits ging. Anfragen und Anträge, die für Delbrücker Bürger wichtig waren, von Delbrückern initiiert, bzw. bei uns angefragt wurden – das Kopfschütteln hat mich daher so manches Mal verstört zurück gelassen. Ließ mich oft, ja man kann sagen traurig zurück, da ich mich fragte, welchen Stellenwert wir und vor allem die Bürger manchmal hier in Delbrück haben.
Natürlich darf auch mein Dank an die Mehrheitsfraktion nicht zu kurz kommen. Ich hatte nach meiner Rede letztes Jahr gehofft, im Folgejahr auf mehr Wohlwollen bezüglich unserer Anträge und im weiteren Sinn natürlich mehr Wohlwollen zugunsten des Delbrückers an sich zu treffen… nun ja… da ist noch eine Menge Luft nach oben. Rein menschlich gesprochen: Weniger „Ich Ich Ich“ täte euch gut.
Aber ich möchte auch weiterhin an die CDU, aber auch an alle anderen Parteien appellieren, weniger an das eigene Prestige zu denken. Auch das verbale Verunglimpfen und oder Herabsetzen der Verwaltung, der anderen Rats- oder Ausschussmitglieder sollte nicht als hehres persönliches , bzw. aufoktroyiertes Ziel ausgerufen werden.
Die Welt steht vor gravierenden Herausforderungen. Überalterte weiße Männer in Amerika, Russland, und Israel haben nichts Besseres zu tun, als ihre Hormonspiegel durch Kriegsspiele und Weltkriegsdrohungen zu regulieren. Designierte zukünftige deutsche Kanzler haben „keine Angst vor dem Atomkrieg“ und schwenken schon den Lieferschein für Taurus Raketen. Die Deutschen sollen sich Schutzräume ins Haus bauen
und auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz sollen wir uns eine Notfallcheckliste herunterladen, um unseren Schutzraum mit Nahrung, Batterien etc. zu bestücken. Ich frage: “Jungs, geht’s noch? Aus der Geschichte nichts gelernt?“
Und als wenn das nicht schon genug wäre, um jeden einzelnen von uns verunsichert und auch verängstigt zurück zu lassen, müssen wir uns auch noch, sozusagen „intern“, mit einer wahrscheinlich auch den Delbrücker Rat betreffenden Herausforderung rumschlagen.
Ich möchte Ihnen die folgenden Aussagen noch einmal ins Gedächtnis rufen, bzw. einen Vorgeschmack geben auf das, was auch uns bevorstehen mag (Quellen liegen vor):
oder
oder
„Da hat man der Laterne bestimmt Nothilfe geleistet, bevor sie durch ein SPD Plakat beschädigt wird“
oder
-
„Diese Kameltreiber sollen sich dahin scheren, wo sie hingehören …..“ oder
-
„… aber es ist bei dieser antideutschen und gekauften Bagage, die uns regiert, kein Deutschland mehr für deutsche Kinder, deutsche Arbeitnehmer…“
oder
-
„Ich würde niemanden verurteilen der ein bewohntes Asylantenheim anzündet“ oder
-
„Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, das sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde“
oder
oder
-
„freie Waffen für freie Bürger“ oder
-
Zu guter Letzt: einer FDP Politikerin wird mit den Worten „naja, der blonden würde ich auf jeden Fall den übelsten hatefuck verpassen…“ eine Vergewaltigung angedroht
Sprachlos?
Ja das bin ich auch oft – und ich frage mich: ….. Wo leben wir eigentlich?
Ich könnte die Liste noch um weitere Aussagen ergänzen, aber das würde den Rahmen sprengen.
Jeder von uns weiß, so hoffe ich, worauf ich hinausmöchte und so möchte ich noch einmal den Bogen zum Unternehmertag spannen.
Herr Linnemann sprach vom gesellschaftlichen Zusammenhalt. Davon, dass wir die nächste Wahl vielleicht gerade noch so hinkriegen. Das danach, oder eben bereits 2025 eine zwar demokratisch gewählte, aber die Demokratie mit Füßen tretende Partei, Stimmen gewinnen wird.
Ich gehe davon aus, das auch wir in Delbrück im nächsten Rat auf Individuen treffen werden, deren Lieblingsfarbe ein sattes „maron“ und deren begehrtes Ziel die „gute alte Zeit“ ist.
Deshalb appelliere ich an uns alle, mit einem Zitat aus einem „guten alten Song“ von den Ärzten:
„es ist nicht unsere Schuld, das die Welt ist wie sie ist, aber es ist unsere Schuld , wenn sie so bleibt“.
Lasst uns, bei allen politischen Differenzen, zusammenhalten und weiter ein respektvolles Miteinander leben.
Ich bedanke mich und wünsche uns allen FRIEDEN . Vielen Dank
Hier die Haushaltsrede als