v.l.n.r.: Andreas Krummrey, Karl Lauterbach, Burkhard Blienert, Franz Josef Henze und Rainer Rings
Prof. Dr. Karl Lauterbach zu Gast in Paderborn
Prof. Dr. Karl Lauterbach zu Gast in Paderborn
Paderborn. Als Gesundheitsexperte ist Prof. Dr. Karl Lauterbach durchs Fernsehen bekannt und anerkannt. Nun war „der Mann mit der Fliege“ auf Einladung des Paderborner Bundestagsabgeordneten Burkhard Blienert zu Gast beim „politischen Ascherdonnerstag“ des SPD-Ortsvereins Paderborn.
Launig und abwechslungsreich lieferte Lauterbach einen Ritt durch die Gesundheitspolitik. Die Herausforderungen des Gesundheitssystems – „Die Lebenserwartung steigt auch bei denen, die krank sind“ – lieferten den Rahmen für seinen Vortrag. Er ging auch auf die Schwierigkeiten beim System der Krankenversicherungen und die Versorgung mit Haus- und Fachärzten ein. „Wenn wir nichts tun, ist die jetzige private Krankenversicherung in zehn Jahren tot“, prognostizierte er und machte deutlich, dass es in der Gesundheitspolitik nicht immer einfach ist, Kompromisse zu finden. Lauterbach warb auch für die Vorhaben der Großen Koalition. Verbesserungen werde es durch ein Präventionsgesetz geben, Kommunen soll die Errichtung von Versorgungszentren für Hausärzte erlaubt werden, die Hausärzte sollen von ihren Dokumentationspflichten entlastet, ihr Beruf an den Hochschulen mehr beworben werden und ein neutrales Institut soll die Qualität in der Versorgung sicherstellen.
Auch die Verbesserungen in der Pflege hob der Gesundheitsexperte hervor: Rund vier Milliarden Euro, das ist eine Steigerung von 20 Prozent, sollen in der Pflege investiert werden. Mit einer massiven Entbürokratisierung sollen auch die Arbeitsbedingungen der Pflegenden verbessert werden, ebenso die Ausbildung in Pflegeberufen. Nach seinem rund einstündigen Überblick über die vielfältigen Herausforderungen der Gesundheitspolitik diskutierte Karl Lauterbach noch lange mit den zahlreichen Gästen im „Bobberts“.
Zufrieden zeigte sich nach der Veranstaltung auch Rainer Rings, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Paderborn. Er kündigte an, wie Karl Lauterbach „auf den Punkt kommen“ zu wollen: nämlich bei der Kommunalwahl im Mai. Andreas Krummrey, gemeinsamer Bürgermeisterkandidat der Paderborner SPD, Grünen und DIP, betonte die Absicht, die Mehrheiten in Paderborn zu verändern. „Wir brauchen andere Zielsetzungen in dieser Stadt. Ich will es anders machen. Mich beraten zu lassen ist mein Credo für die Zukunft – ich rede nicht nur von Bürgerbeteiligung, ich meine es auch so“, warb der Kandidat in seinem Grußwort für Unterstützung und Mitwirkung. Beste Wünsche dafür gab es auch vom prominenten Gast: „Glückauf für den Wahlkampf. Hoffentlich gelingt dir die Eroberung des Rathauses“, wünschte Karl Lauterbach ihm.
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